Geschichtliche Entwicklung und Hauptrichtungen

Keplers Modell des Sonnen- systems. Aus: Mysterium cosmographicum (1596)

Die westliche Astrologie gründet in den über Jahrhunderte hinweg dokumentierten Himmelsbeobachtungen der Babylonier. Von da aus entwickelte sie sich bei den Griechen, den Arabern und später im christlichen Mittelalter bis zur Neuzeit weiter.
Es gab ausgesprochene Blütezeiten, wie z.B. in der hellenistischen Periode, in der hochentwickelten arabischen Kultur, im späten Mittelalter und in der Neuzeit. Bis in die Neuzeit hinein waren Astronomie und Astrologie noch nicht getrennt, sondern wurden häufig gemeinsam ausgeübt. So war z.B. Johannes Kepler nicht nur der große Astronom, sondern zugleich überzeugter Astrologe, der in vielem bereits sehr moderne Ansichten vertrat.

Literaturtip für Interessierte:

Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie, 1. Auflage in der Beck´schen Reihe 2007.- Von Stuckrad lehrt am Institut für Geschichte der hermetischen Philosophie der Universität Amsterdam.

Im achtzehnten und vor allem neunzehnten Jahrhundert kam es zu einem fortschreitenden Ansehensverlust der Astrologie: Die damalige wissenschaftliche Welt hing mittlerweile einem mechanistischen naturwissenschaftlichen Weltbild an, in dem die Astrologie keinen Platz mehr zu haben schien.
Zwar hat die moderne Physik dieses mechanistischeWeltbild längst überholt - weil so es gut verständlich ist und unseren Alltagserfahrungen entspricht, prägt es aber weiter unsere Vorstellungen: So denken wir z.B. gewöhnlich in Ursache und Wirkung. Die Erkenntnisse vor allem der Quantenphysik sprengen den Rahmen dieser Alltagserfahrungen (siehe Astrologie und Wissenschaft).

Im letzten Jahrhundert erfolgte eine gründliche Überarbeitung der Astrologie, die sich in vielem deutlich von der früheren, der sog. klassischen Astrologie absetzte. U.a. wurden die Aussagegrenzen der Astrologie beschrieben: Z.B kann von einem Horoskop her nicht auf das Geschlecht eines Menschen oder auf seine Intelligenz geschlossen werden (wohl aber z.B. auf seine bevorzugte Art zu Lernen oder zu Kommunizieren !). Vor allem aber erfolgte eine Abkehr von der klassischen Lehre, dass es "gute" und "schlechte" Konstellationen oder Horoskope gebe. Statt dessen begann man Risiko und Chancen "schwieriger" Konstellationen nebeneinander zu sehen. Durch Integration der Erkenntnisse der sich ebenfalls rasant entwickelnden Psychologie entstand im 20. Jahrhundert die psychologische Astrologie. Während man früher mehr von äußeren Einflüssen auf den Menschen ausging, begann man jetzt, die astrologischen Faktoren auch psychodynamisch zu deuten:
Welche Anlagen und Persönlichkeitsmuster zeichnen sich ab, und wie wirken sie zusammen? Welche Wesenszüge kann der Horoskopeigner wahrscheinlich leicht ausdrücken, welche bleiben möglicherweise erst einmal unbewußt? Welche Prägungen durch die Familie könnten eine Rolle spielen?
Und dann natürlich vor allem: Wie kann jemand konstruktiv mit diesen Anlagen umgehen?

Daneben gibt es weiter die klassische Astrologie. Nachdem es über Jahre einen heftigen Richtungsstreit zwischen diesen Hauptformen gegeben hat, beginnt zur Zeit eine gewisse Wiederannäherung. So sehen viele Vertreter jeweils einer Richtung durchaus die Berechtigung für die andere Richtung in bestimmten Fragen.
So beschäftige ich mich neben der psychologischen Astrologie noch mit einer Unterform der klassischen Astrologie, der sogenannten Stundenastrologie. Diese befasst sich mit ganz konkreten Fragen, allerdings nur mit solchen, die einen begrenzten Zeitraum von wenigen Monaten betreffen. Aus ethischen Gründen möchte ich diese Form jedoch nur anbieten für Menschen, die ich ausreichend kenne oder zuvor bereits psychologisch beraten habe.

 
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